CO2-arme Schifffahrt: Wohin geht die Reise mit der Treibhausgas-Reduktionsstrategie der IMO?

VDMA: Motoren und Systeme

Die im April 2018 von der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation der Vereinten Nationen (IMO) verabschiedete Strategie zur Reduktion von Treibhausgasen in der Schifffahrt war am 25. Mai Thema im Workshop “Low-Carbon Shipping: Where do we sail to with IMO’s initial GHG reduction strategy?” auf der Innovate4Climate Konferenz der Weltbank in Frankfurt.

Gemeinsam mit Vertretern von World Bank, ‏Lloyd’s Register, Europäische Investmentbank und KfW IPEX-Bank diskutierte der Geschäftsführer von VDMA Motoren und Systeme, Peter Müller-Baum, diesen Meilenstein für die internationale Schifffahrt. Im Mittelpunkt der Diskussion standen mögliche Dekarbonisierungswege und die dafür notwendigen strategischen Investitionen. Müller-Baum betonte die Rolle von synthetischen Kraftstoffen, die für eine CO2-neutrale Perspektive insbesondere für die Hochseeschifffahrt zwingend erforderlich sind.

Als wesentlichen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen in der Schifffahrt sahen alle Teilnehmer des Podiums den Erlass von verbindlichen gesetzlichen Regelungen auf internationaler Ebene. Nur mit verlässlichen Vorschriften, deren Einhaltung kontrolliert wird, wird eine Transformation der Industrie gelingen und die Schifffahrt ihren Beitrag zu den Klimazielen des Pariser Abkommens leisten können. Die IMO Strategie zur Reduktion von Treibhausgasen wurde daher von allen als wichtiger Meilenstein begrüßt. Als äußerst kritisch wird die aktuell fehlende Bereitschaft der kommerziellen Banken gewertet, Projekte im Bereich der Schifffahrtindustrie zu finanzieren. Durch die fehlende Finanzierung können wichtige Projekte zur Erneuerung der Technologie nicht angestoßen werden.

Das Podium war sich einig, dass ein Baustein zur Emissionsreduktion neben den wichtigen internationalen Vorschriften auch die Bepreisung von CO2 sein kann. Durch die Internalisierung der CO2-Kosten können entscheidende Anreize zur CO2-Reduktion gesetzt werden und etwa künstliche Kraftstoffe wettbewerbsfähig werden.