IMO MEPC71: Mit kleinen Schritten und Kompromissen zu geringerer Umweltbelastung

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Die Schwerpunkte der 71. MEPC Sitzung waren Treibhausgasemissionen, Ballastwasser und die Implementierung der globalen Schwefelgrenzwerte in Brennstoffen. Während die Ausweisung von Nord- und Ostsee als Emissionskontrollgebiet für Stickoxide nun endgültig verabschiedet wurde, geht es in anderen Bereichen nur langsam vorwärts.

Die IMO hält trotz minimaler Fortschritte an ihrem Vorhaben fest, zu MEPC 72 im April 2018 eine erste Strategie zur Reduktion von Treibhausgasen vorzulegen. Daher wurden die Arbeitsgebiete (Terms of reference) für eine Arbeitsgruppe definiert, die sich bis dahin noch zweimal treffen soll. Während es noch keine Einigung über den Zeitplan oder die strategische Zielsetzung gibt, werden als zentrale Elemente die IMO Datenbank zum Brennstoffverbrauch, der EEDI, alternative Brennstoffe und die Verpflichtungen aus dem Pariser Klima-Abkommen (COP 21) genannt.

Als für die Motorenindustrie besonders relevante Themen wurden die Ausweisung von Nord- und Ostsee als NOx Emission control areas und die Revision der SCR guidelines final verabschiedet.

Diskussionen zur regulatorischen Erfassungen zur Verwendung mehrerer Motorkennlinien, der Messtechnik von Black Carbon und zur Klärung des Zertifizierungsprozesses von Motoren mit integriertem elektrischem Antrieb im Rahmen der Unified Interpretations des NOx Technical Code wurden nicht abgeschlossen, sondern sollen im kommenden Jahr bei PPR 5 fortgeführt werden.

Für die Ballastwasser Behandlung wurde ein Kompromiss erreicht. Neubauten müssen weiterhin die Anforderungen der Ballast Water Management Convention ab dem 8. September 2017 erfüllen. Für bestehende Schiffe gibt es zeitliche Variabilität. Die Erfüllung der Auflagen wird mit der Erneuerung eines Zertifikates (IOPP) verknüpft. Dieser Kompromiss muss bei MEPC72 noch verabschiedet werden.