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Wirtschaftliche Lage

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Die Umsätze im Jahr 2015 fielen für die deutschen Hersteller von Industriemotoren und -komponenten deutliche niedriger als erwartet aus. Aufgrund der Schwäche der chinesischen Wirtschaft und des anhaltend niedrigen Ölpreises ging der Motorenabsatz deutlich zurück.

Die genannten Faktoren haben vielfältige Auswirkungen auf das Geschäft mit Verbrennungsmotoren für industrielle Einsätze. Das schwächere Wachstum in China hat direkten Einfluss auf die Bautätigkeit vor Ort, den Energiebedarf und die Warenströme und somit auf wichtige Anwendungen der Motoren: Baumaschinen, Stromerzeugungsanlagen und Schifffahrt. Schifffahrt und Schiffbau leiden zudem nach wie vor unter weltweiten Überkapazitäten.

Auch der niedrige Ölpreis hat zumindest kurz- und mittelfristig negative Auswirkungen auf die Motorenumsätze. Investitionen in die Erschließung von Öl- und Gasfeldern lohnen sich bei dem derzeitigen Preisniveau nicht und werden massiv gekürzt. Motoren für den Antrieb von Pumpen und Kompressoren an den Bohrstellen und Pipelines, von Versorgerschiffen für Offshore-Plattformen werden nicht in dem ursprünglich erwarteten Maße abgesetzt. Zudem sinkt mit den niedrigen Kraftstoffkosten in allen Anwendungen die Motivation, in moderne, effizientere Motoren zu investieren.

Die aktuellen Entwicklungen waren zeitlich und in diesem Ausmaß kaum vorhersehbar und sorgen für den zusätzlichen, unerwarteten Umsatzrückgang bei den Herstellern von Industriemotoren. 

Aussicht

Nach wie vor bewerten wir die langfristige Perspektive für Verbrennungsmotoren in industriellen Anwendungen als gut. Die wachsende Weltbevölkerung geht einher mit steigendem Bedarf an Energie, Transportleistung, Nahrung, Wohnraum und Infrastruktur. Zum Antrieb der erforderlichen Aggregate bei der Förderung von Öl- und Gas, der Erzeugung von Strom und Wärme in effizienten Blockheizkraftwerken, dem Antrieb von Land- und Baumaschinen, von Schiffen und Bahnen werden Verbrennungsmotoren benötigt. Für die strengeren Anforderungen an Effizienz und Emissionsverhalten sind die Motorenhersteller im VDMA bestens gerüstet.

Für 2016 rechnen wir allerdings mit einem weiteren leichten Rückgang des Umsatzes. Insbesondere bei den Großmotoren bleiben belebende Impulse aus. Bei dem Schiffbau ist bislang keine nachhaltige Erholung absehbar, es bleibt bei zeitlich begrenzten Nachfragebelebungen für bestimmte Schiffstypen. Auch der wichtige Markt der Stromerzeugung mit Großmotoren wird erst 2016 den Sockel finden, so dass wir bei Großmotoren insgesamt einen leichten Rückgang erwarten. Bei den Motoren zum Einsatz in mobilen Arbeitsmaschinen rechnen wir für 2016 mit ähnlichen Umsätzen, wie im laufenden Jahr, möglicherweise mit leichten Steigerungen. Durch die Dominanz des Großmotorenbereiches lautet unsere Prognose für das nächste Jahr in Summe -2 Prozent.

Bildquelle : Fotolia

jens.slama@vdma.org, jens.slama@vdma.org
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